Rückblick Erster Mai 2026

Rückblick Erster Mai 2026

Am 1. Mai, dem Kampftag der Arbeiter*innenklasse, gehen weltweit lohnabhängig Beschäftigte für ihre Rechte auf die Straße – auch in Rosenheim. Zahlreiche Gruppen aus dem Z linken Zentrum beteiligten sich auch in diesem Jahr an der Demonstration des DGB in Rosenheim und brachten ihre Perspektiven und Kämpfe sichtbar ein.

Mehrere Gruppen aus unserem Spektrum waren mit unterschiedlichen Aktionen beteiligt. Zentral waren die Redebeiträge – sowohl auf der Demonstration selbst als auch auf der Abschlusskundgebung. Die Zwischenkundgebung am Salzstadel war geprägt von der Z-Rede von Andreas Salomon (siehe unten). Aber auch auf der Abschlusskundgebung waren wir präsent. In einem Beitrag (mit 3 Redner:innen) wurden unterschiedliche Gruppen aus dem selbstverwalteten linken Zentrum vorgestellt, ihre Arbeit sichtbar gemacht und Möglichkeiten aufgezeigt, sich einzubringen. Die Z-Reden bildeten damit einen Ergänzung zu den DGB-Inhalten. Sie verbanden Analyse und Praxis, Kritik und Perspektive – und unterstrichen, dass der 1. Mai auch in Rosenheim ein Tag des gemeinsamen Widerstands ist.

Neben den Reden, waren Teile der Z-Gruppen mit Infostände präsent, führten Gespräche mit Interessierten und informierten über ihre Arbeit. Thematisiert wurden unter anderem Möglichkeiten solidarischer Unterstützung im Alltag – etwa Initiativen rund um Bezahltkartentausch – sowie Perspektiven kollektiver Organisierung. Ergänzt wurde das ganze durch eine Infowand, auf der sich verschiedene Zusammenhänge präsentierten.

So wurde der 1. Mai auch in Rosenheim zu einem Tag, an dem unterschiedliche linke Kämpfe zusammenkamen, sich vernetzten und gemeinsame Perspektiven sichtbar machten. Im Folgenden dokumentieren wir die Redebeiträge aus unserem Spektrum:

  • A) Rede Zwischenkundgebung -Andreas Salomon:  Zunehmende Armut
  • B) Reden Abschlusskundgebung- Vorstellung des Z (durch den Initiativkreis Migation) & Beispielhafte Vorstellung von vier Gruppen: Offene Antifaschistische Plenum Rosenheim, Widersetzen Rosenheim, Bezahlkartentausch Rosenheim, Solidaritätsnetzwerk Rosenheim

Hier einige Impressionen:

  • A) Rede Zwischenkundgebung -Andreas Salomon:  Zunehmende Armut

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Tag für Tag werden uns neue Sparmaßnahmen aufgezwungen. Man muss von finanzieller Auspressung, ja Ausplünderung sprechen. Jetzt reicht es, so kann es nicht weitergehen! Auf allen Ebenen, in allen Bereichen erleben wir eine ungeheure Teuerung. Jeder bekommt es täglich bei den die Lebensmittelpreise zu spüren. Sie steigen und steigen und die Bedürftigsten von uns sind längst in größten Schwierigkeiten. Die Tafeln haben einen Zulauf wie noch nie, obwohl es natürlich Sache des Staates bzw. der jeweiligen Stadt wäre, diesen Menschen zu helfen. Aber es passiert nicht. Im Gegenteil, die Verarmung schreitet auch in Rosenheim immer mehr voran. Das kann so nicht weiter gehen.

Schluss mit einer Politik der zunehmenden Verarmung!

Rücknahme aller Sparmaßnehmen!

Angriffe auf den Sozialstaat

Täglich erleben wir, dass die Angriffe auf unsere erkämpften Rechte von Seiten der Regierung in gewaltigem Ausmaß zunehmen. Der DGB spricht schon davon, dass die „Attacken auf unseren Sozialstaat“ „Klassenkampf von oben“ seien. Ja, es geht um uns, denn die kleine Gruppe der Reichen und Superreichen wird geschont und gepäppelt, während die breite Masse der abhängig Beschäftigten unablässig zur Kasse gebeten wird. Und die Regierung hat angekündigt, dass wir erst am Anfang ihres Ausplünderungsplanes stehen. Ich wiederhole: Jetzt reicht es!

Aktuelle Umfragen belegen, dass bereits 81 % der Bevölkerung die soziale Schieflage unseres Landes missbilligen.

Unsere Forderung kann da nur heißen:

Für eine Politik der finanziellen Verteilung von oben nach unten!

Die großen Angriffe kommen erst noch

Und nicht nur die Regierung, auch die Arbeitgeber kommen mit Forderungen aus der neoliberalen Mottenkiste daher. Sie wollen das Rentenalter erhöhen und den 8 -Stunden-Tag abschaffen. Wir würden zu wenig arbeiten, heißt es, welche ein Hohn! So soll den Müttern „der Wiedereinstieg in die Arbeit erleichtert“ werden. Wie wäre es, sie mal zu fragen, ob das angesichts ihrer Kinder und ihrer generellen Überlastung überhaupt möglich und zudem ihr Wunsch ist. Sogar ein Feiertag soll gestrichen werden. Und dabei hat Ministerpräsident Markus Söder ausgerechnet an den 1. Mai gedacht. Was für eine Provokation! Weiterhin hat die Regierung vor, die Lohnfortsetzung am ersten Krankentag auszusetzen, um die Arbeitgeber zu entlasten. Und das alles, obwohl die Arbeitsbelastung ständig steigt und steigt und damit auch der Krankenstand höher wird. Besonders psychische Erkrankungen machen vielen zu schaffen. Anstatt die Ursachen dafür zu bekämpfen, wird durch die geplante Krankenkassen-Reform die Situation nur noch weiter verschärft. So soll es in Zukunft eine Teilkrankschreibung zu nur noch 75, 50 oder gar 25 % geben. Und auch die Zuzahlung bei den Medikamenten soll um 50 % steigen. Überdeutlich wird, dem Staat geht es nicht um die Menschen, nicht um unsere Gesundheit, sondern einzig und allein um die Lösung seines Problems, wo er wie viel Geld einsparen kann. Deshalb fordern wir:

Weg mit den Angriffen auf unsere erkämpften sozialen Rechte!

Kriegsvorbereitung

Und warum die ganze Ausplünderung? Wir alle wissen, unser Geld wird uns genommen, wir werden immer mehr stranguliert, unser Land mit all seinen sozialen Einrichtungen und seinen sowieso schon maroden Bildungseinrichtungen wird kaputt gespart, um eine nie dagewesene Aufrüstung zu finanzieren.

Die überall und besonders in Deutschland stattfindende Kriegsvorbereitung ist eine der größten Bedrohungen unserer Zeit.

Kein Tag vergeht, ohne Berichte von den imperialistischen Kriegen unserer Zeit, die alle auf einen großen, vernichtenden 3. Weltkrieg zwischen den Großmächten hinauslaufen, in den wir hineingezogen werden. Wir sollen jetzt sparen an allen Ecken und Enden, damit der Staat so schnell wie möglich kriegstauglich wird. Die Unterstützung der Ukraine ist dabei nur eine Zwischenetappe. Wir protestieren entschieden gegen die ständige Anheizung der Rüstungsspirale, gegen die unglaubliche Steigerung des Rüstungsetats, gegen die Gefahr eines alles vernichtenden Atomkrieges. Schon zweimal haben deutsche Politiker einen Weltkrieg begonnen und Tod und Vernichtung über die ganze Erde getragen. Wir wollen nicht mehr kriegsbereit werden, sondern friedenstüchtig. Das ist auch eine der Grundlagen gewerkschaftlicher Politik.

Wir wehren uns gegen die zunehmende Militarisierung unserer ganzen Gesellschaft, gegen den Zugang der Bundeswehr zu den Schulen und eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wir wollen weiter in Frieden mit anderen Völkern leben. Deshalb rufen wir alle jungen Menschen auf, den Kriegsdienst zu verweigern. Wir helfen bei der Beratung.

Schluss mit der Politik der Aufrüstung

Keine Wiedereinführung der Wehrpflicht!

Nie wieder Krieg!

Solidarität mit den Flüchtlingen

Und zu dieser Friedenspolitik zählt auch der Kampf gegen Rassismus und Fremdenhass besonders gegenüber den Flüchtlingen. 500 von ihnen sind in diesem Jahr bereits im Mittelmeer ertrunken. In höchster Not haben sie versucht, zu uns zu flüchten. Den Medien war das nahezu keine Zeile wert. Manche schaffen es, völlig erschöpft, oft krank und traumatisiert, bis an unsere Grenze zu kommen und werden dann dort in gefängnisartigen Lagern kaserniert. Und viele, die es nach Deutschland geschafft haben, werden dann rigoros bei Nacht und Nebel wieder abgeschoben. Was sind das für Politiker, die dann stolz verkünden, die Zahl der Asylbewerber weiter minimiert zu haben!

Wir halten dagegen:

Solidarität mit allen Flüchtlingen!

Keinen Fußbreit der AFD

Und die größte Ausländerfeindlichkeit geht von der AFD aus. Remigration aller Flüchtlinge hat sie sich auf die Fahnen geschrieben. Und wer noch Unklarheiten hat, worauf ihre Politik insgesamt hinausläuft, werfe einen Blick in ihren 156-seitigen Programmentwurf für die Wahl im September in Sachsen Anhalt. Sollte dieses Programm irgendwann nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern sogar in ganz Deutschland Wirklichkeit werden, möchte niemand von uns in diesem Land länger leben.

Ich beschränke mich als langjähriger Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nur auf einige Stichpunkte aus ihrem Schulprogramm für Sachsen-Anhalt.

Die mühsam erkämpfte Schulpflicht wird abgeschafft. Ebenso wie eine soziale und psychologische Betreuung an den Schulen, die so notwendig ist. Auch Integration und Inklusion, für die wir seit Jahrzehnten kämpfen, wird es nicht mehr geben. Für Flüchtlings-kinder will die AFD Sonderklassen einrichten. Als Unterrichtsmethode wird grundsätzlich wieder der Frontalunterricht wiederbelebt. Weiter soll die Dreigliedrigkeit des Schulwesens wieder verstärkt werden und aufs Gymnasium sollen nur noch 25% der Kinder gehen. Der Geschichtsunterricht wird erwartungsgemäß den nationalen Gedanken fördern und „das demokratische Prinzip“ ist in Schulen grundsätzlich, wie es wörtlich heißt: „fehl am Platze“. Dafür ist jetzt „Deutsch denken“ angesagt.

Das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt, was sich die AFD vorgenommen hat. In Bezug auf uns heißt es übrigens : „Perverse-links – Agitation beenden!“

Wir fordern hingegen:

Schluss mit der rechten demokratiefeindlichen Hetze der AFD!

Für ein sofortiges Verbot dieser Partei!

Sollte die AFD je irgendwo in Deutschland oder sogar im ganzen Land an die Macht kommen, dann wird sie nicht nur unsere Demokratie zerstören, sondern auch jeglichen Kampf gegen die immer bedrohlichere Klimakatastrophe einstellen. Und dann gute Nacht!

Klimakatastrophe

Gletscherschmelze, Meeresspiegelanstieg und Extremwetter wie Dürren, orkanartige Stürme und schwere Überflutungen nehmen schon jetzt weltweit in einem nie gekannten Ausmaß zu. Das Ziel des Pariser Abkommens, das der mehrjährige durchschnittliche Temperaturanstieg 1,5% nicht überschreiten dürfe, kann nicht mehr eingehalten werden. 2024 wurde diese Marke erstmals überstiegen. Klimaforscher warnen eindringlich vor dem Erreichen sogenannter Kipppunkte, die irreversible Schäden verursachen. Werden die Treibhausgasemissionen nicht sehr bald deutlich gesenkt, lässt sich die totale Klimakatastrophe nicht mehr verhindern. In vielen Bereichen der Erde wird dann niemand mehr leben können. Tod und Verderben, besonders auf der Südhalbkugel, sowie riesige Flüchtlingsströme und gewalttätige Auseinandersetzungen werden dann die Folge sein.

Aber warum werden hierzulande die regenerativen Energiequellen trotz besseren Wissens eingeschränkt und ihre Produktion zurückgefahren. Die Antwort ist so einfach wie erschreckend. Ein kapitalistisches Gesellschaftssystem ist immer nur dann an der Lösung gesellschaftlicher Probleme interessiert, solange damit eine Profitmaximierung möglich ist.

Der Rosenheimer Wissenschaftler Franz Garnreiter hat diese Zusammenhänge sorgfältig untersucht und in seinem soeben erschienenen Buch „System Change oder Klimakatastrophe“ überzeugend dargestellt.

Unsere Erwartungen an Abuzar Erdogan

Abschließend komme ich jetzt zu unseren Erwartungen, die wir an den neuen Rosenheimer Bürgermeister Abu Erdogan stellen wollen.

Die historische Abwahl von Andreas März ist uns allen eine große Freude gewesen, und wir gratulieren auch an dieser Stelle Abu ganz herzlich zu seinem überdeutlichen Wahlsieg. Und er ist bereits tätig geworden. Schon vor dem Beginn der Amtsübernahme hat er dafür gesorgt, dass ein Prozesstermin in Folge unserer Stadtrats-Proteste gegen die Vereidigung des rechtsradikalen Stefan Bauer storniert wurde und ein anderes bevorstehendes Verfahren eingestellt wurde. Abu hat zugesagt, sämtliche Verfahren nicht weiter zu verfolgen.

Viele Menschen, die sich im Z treffen, haben immer wieder die Politik der Stadt als kalt, stur, reaktionär und äußerst repressiv erfahren. Und wir haben auch immer wieder eine Rosenheimer Polizei erlebt, die, aus welchen Gründen auch immer, übergriffig wurde. Damit muss jetzt Schluss sein! Wir erwarten, wie es in Demokratien üblich sein sollte, dass Zivilcourage begrüßt wird und neue Gedanken als Bereicherung für den gesellschaftlichen Diskurs verstanden werden. Der reaktionäre, verstaubte Mief muss einem Geist der Aufklärung und Freiheit weichen!

Dazu gehört auch eine lebendige Gedenkkultur. Deshalb muss die Verlegung von Stolpersteinen auf öffentlichem Grund erlaubt werden und am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, soll es wie in anderen Städten eine öffentliche Gedenkfeier der Stadt geben. Und wir wollen auch, dass die Diskussion um aus der Nazizeit belastete Straßennamen nicht länger hinter verschlossenen Türen geführt wird, sondern transparent gemacht wird und jeder mitdiskutieren kann. Außerdem fordern wir ein zentrales Denkmal für alle Opfer des Nationalsozialismus.

Rosenheim muss vor allem eine freundliche Stadt für Menschen werden und darf nicht länger eine Autostadt sein, in der Fußgänger und Radfahrer täglich um ihr Leben fürchten müssen.

Wir wollen viel Bewegungsfreiheit und eine zügige, vollständige Umsetzung des Radentscheids.

Und die Wohnungsnot ist groß. Wir brauchen viele neue Wohnungen mit bezahlbare Mieten! Schluss mit dem Leerstand und Neubau von Sozialwohnungen sowie u.a. Nutzung von bisher leerstehenden Wohnungen unter anderem auch als Ateliers für Künstler-gemeinschaften. Wer Wohnungen leer stehen lässt, muss bestraft werden. Noch immer steht das Haus leer, das heute vor einem Jahr besetzt wurde, um auf die Wohnungsnot aufmerksam zu machen.

Bezahlbare Wohnungen für alle!

Und , lieber Abu, noch am Ende zwei Bitten für die Freizeit:

Rosenheim braucht ein zweites Hallenbad, damit genügend Platz für alle interessierten Benutzer da ist!

Und das Erholungsgebiet des Happinger Sees muss unbedingt bleiben!

Lieber Abu, wir sind zuversichtlich, dass du deine ganze Kraft für die Umsetzung unserer Erwartungen einsetzen wirst.

Andreas Salomon

  • Reden Abschlusskundgebung-
  • Vorstellung des Z (durch den Initiativkreis Migation) & Beispielhafte Vorstellung von vier Gruppen:

Auch von mir und dem linken Zentrum ein herzliches Willkommen zum ersten Mai in Rosenheim.

Das Z und der DGB haben eine geteilte Geschichte der Zusammenarbeit zu den Aufzügen am ersten Mai :

Gemeinsam und kraftvoll haben wir in den vergangenen Jahren unseren Forderungen nach mehr Gerechtigkeit bei Lohn und Daseinsvorsorge in Deutschland und international Ausdruck verliehen und auf die Straße gebracht.

Deshalb freut sich das linke Zentrum in Selbstverwaltung sehr, sich hier vorstellen zu dürfen.

Mein Name ist Khando Ronge, doch wir im z bestehen aus vielen unterschiedlichen Gruppen mit dementsprechend vielfältigen Ansätzen.

Gerade in einer Region wie Rosenheim wird ein unabhängiger und selbstverwalteter Ort wie das Z dringend gebraucht: So schaffen wir Sichtbarkeit für kritische Perspektiven, fördern solidarisches und vernetztes Handeln und bringen Menschen zusammen, denen eine gerechtere Welt wichtig ist.

Bei uns kommen ganz unterschiedliche Formate zum Tragen, vom Vortrag über Film bis zum Workshop. Unsere Gruppen reichen von Attac über Zeugen der Flucht bis zur Bibliothek_a, das illustriert wie Themen wie Klimagerechtigkeit,
Gemeinwohl Ökonomie,echte Teilhabe von Migrant*innen, Beratung zur Kriegsdienstverweigerung und viel mehr ihren Platz bei uns finden.

Einige unserer Gruppen stellen sich deshalb auf diesen Stellwänden vor,
einige werden noch hier zu Wort kommen. Kommt gerne auf uns zu und ins Gespräch mit uns.

Abschließend möchten wir euch einladen, auch eure Belange und Wünsche in dem Raum einzubringen, den das Z zur Verfügung stellt und Euch anregen,
gerne Z Mitglieder zu werden.

Jetzt darf ich das mikro an … Und an… Übergeben, die exemplarisch jeweils 2 Gruppen im Z vorstellen: Das offene antifaschistische Plenum und das Solinetzwerk Rosenheim,den Bezahlkartentausch und widersetzen Rosenheim.

  • Offene Antifaschistische Plenum Rosenheim, Widersetzen Rosenheim

Wir sind das OAP  – eine organisierte Gruppe junger Menschen, die sich seit über fünf Jahren gegen eine erstarkende Rechte und gegen immer schlechter werdende Lebensbedingungen stellt.

Wir haben uns zusammengeschlossen, weil wir sehen: So wie es läuft, kann es nicht weiter gehen. 

Wir leben in einer Zeit, in der Krisen zum Alltag gehören, Mieten steigen, Preise explodieren und viele von uns wissen nicht, wie sie am Ende des Monats noch über die Runden kommen sollen. 

Gleichzeitig machen Konzerne Rekordgewinne während Reichtum sich immer weiter konzentriert. 

Für uns ist klar: Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines Systems, das auf Ausbeutung basiert. 

Als junge Menschen sind wir davon besonders betroffen: In der Ausbildung leisten wir oft Vollzeitarbeit für wenig Geld, in Schule und Studium erleben wir ein Bildungssystem, das nicht fördert, sondern – abhängig davon wie viel Geld oder Unterstützung man von zuhause mitbringt – aussortiert. Viele müssen nebenbei arbeiten um sich das Nötigste leisten zu können, Zeit für Erholung oder echte Teilhabe bleibt so oft auf der Strecke. 

Wir sagen:  

Bildung ist ein Recht, kein Privileg. 

Ausbildung ist Zukunft, keine billige Arbeitskraft. 

Als OAP verstehen wir diese Zustände als Teil einer Klassengesellschaft, die Konkurrenz statt Solidarität fördert, deshalb organisieren wir uns, um dem etwas entgegen zusetzen. 

Gleichzeitig sehen wir wie rechte und faschistische Kräfte stärker werden ,  Rassismus wird normalisiert, Menschen werden gegeneinander ausgespielt.

Für uns ist klar:  Antifaschismus ist kein Nebenthehma, er ist notwendig als Selbstschutz und als Ausdruck von Solidarität. 

Wir lassen uns nicht spalten, weder nach Herkunft, noch nach Geld oder Pass.

Unser Ziel ist eine gemeinsame Perspektive für alle! 

Wir richten unseren Blick aber nicht nur auf die Situation hier , wir beschäftigen uns auch mit internationalen Beispielen, wie etwa den Entwicklungen in Rojava, wo unter schwierigen Bedingungen versucht wird, eine Gesellschaft aufzubauen, die auf Basisdemokratie, Frauenbefreiung und ökologischen Prinzipien beruht. 

Solche Ansätze zeigen für uns, dass Alternativen möglich sind. 

Auch die Klimakrise ist für uns kein isoliertes Problem, sie hängt direkt mit einem Wirtschaftssystem zusammen, das auf Profit und endlosem Wachstum basiert.

Als junge Generation betrifft uns das unmittelbar. 

Es geht um *unsere* Zukunft. 

Deshalb bleiben wir nicht passiv, 

wir organisieren uns ,

wir gehen auf die Straße , 

wir vernetzen uns und leisten Widerstand. 

Der 1. Mai ist für uns kein historisches Symbol, sondern ein aktueller Kampftag, 

ein Tag an dem wir sichtbar machen, 

wofür wir stehen:

Für eine Gesellschaft, in der Wohnen ein Recht ist, 

Für eine Welt ohne Ausbeutung

Für Klimagerechtigkeit

Für Frieden statt Krieg

Für echte Demokratie von unten

Für ein Bildungssystem, das stärkt statt auszusortieren

Für Ausbildungsbedingungen von denen man leben kann! 

Wir als OAP glauben, Veränderung passiert nicht von allein, sie beginnt dort, wo Menschen sich zusammenschließen und gemeinsam kämpfen. 

Deshalb sagen wir: 

Nichts muss bleiben, wie es ist 

Eine andere Welt ist möglich, wenn wir sie gemeinsam erkämpfen! 

  • Redeteil zu Widersetzen Rosenheim:

Auch will ich  noch eine, ebenfalls im Z organisierte, Gruppe – Widersetzen Rosenheim – vorstellen:

Denn aus unserer Sicht ist der erste Mai kein bloßer Feiertag, sondern er erinnert an die blutige Niederschlagung der Haymarket Riots in Chicago:

Ein Arbeitskampf aus Solidarität, der das größte Opfer gefordert hat. 

Damals wie heute ruft die berechtigte Forderung nach gerechter und gleichwertiger Behandlung nur Widerstand und Gewalt hervor. 

Die Gegebenheiten nicht hinnehmen zu wollen und sich friedlich zu Widersetzen ist,  damals wie heute, das legitime Werkzeug der Darstellung unseres gemeinsamen Willens. 

Deshalb schließt sich die Gruppe Widersetzen Rosenheim in diesem Juli schon zum 4. Mal dem friedlichen und gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die AfD an: Widersetzen ist ein bundesweites antifaschistisches Aktionsbündnis.

Mittels massenhaften, zivilen Ungehorsam protestieren wir gegen Faschismus und rechte Politik.​​​​​​​ Gemeinsam stellen wir uns AfD und anderen Rechten in den Weg. Wir sind Antifaschist*innenqueere und antirassistische Gruppen, Gewerkschafter*innen, Klimaaktivist*innen, Nachbar*innen, Jugendliche – und viele mehr.

Zivilgesellschaftlich. Vielfältig.Ungehorsam.

Kein Raum für Faschismus – nicht heute, nicht morgen.

Wir gehen gemeinsam mit den Azubis gegen Rechts Rosenheim

 in Erfurt auf die Straße und demonstrieren gegen den Bundesparteitag der Partei, die unsere Kollg*innen, unsere MitAzubis und unsere Mitschüler*innen abschieben will. Dabei sind wir uns deutschlandweit in über 70 Orten der Unterstützung des DGBs und seiner Teilgewerkschaften gewiss.

Als breites Bündnis zeigen wir friedlich:Die Würde des Menschen ist unantastbar 

– unsere Kämpfe  gegen die  Faschisierung unseres Alltags verbinden uns! 

 Kommt deshalb gerne zu unserem Kick off der diesjährigen Erfurt Kampagne

am Tag der Befreiung, am Tag des Schulstreiks gegen die Wehrpflicht

am 8.5.26  Um 19:00 Ins DGB Haus Rosenheim. 

  • Bezahlkartentausch Rosenheim, Solidaritätsnetzwerk Rosenheim

(Die Rede zur Initiative Bezahlkartentausch, wurde frei gehalten ohne Skript – hier ein sinngemäße Wiedergabe welch evtl vom wörtlichen Text abweichen kann)

Die Initiative Bezahlkartentausch, ist ein Kollektiv mit dem Ziel sich dem zunehmenden Rassismus und der Einführung der Bezahlkarte zu widersetzen.

Die Bezahlkarte für Geflüchtete, auch in Rosenheim, ersetzt Bargeld durch ein stark eingeschränktes Zahlungsmittel. Bargeldabhebungen sind begrenzt ( maximal 50 Euro im Monat ), Zahlungen oft regional beschränkt und viele Überweisungen oder Käufe nicht möglich.

Wir kritisieren diese Praxis klar: Sie erschwert den Alltag massiv und steht für Kontrolle und Ausgrenzung statt für Würde und Selbstbestimmung. Gleichzeitig sehen wir die Gefahr, dass solche Maßnahmen auf weitere Gruppen ausgeweitet werden.

Wir wollen handeln: Neben Vorträgen und Infoständen ermöglichen wir Geflüchteten, das System legal zu umgehen, indem sie Gutscheine gegen Bargeld tauschen können. Gleichzeitig geht es uns darum, eine breitere Debatte über Rassismus und gesellschaftliche Verhältnisse anzustoßen.

Karten tauschen könnt ihr hier am Infostand oder jeden Mittwoch ab 18:00 Uhr im Z linken Zentum in der Samerstarße 11

Rede zum Solidaritätsnetzwerk folgt

Rede zum Solidaritätsnetzwerk folgt

alle Bilder: © /℗ J.Müller

Das Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung ist jetzt in der Samerstraße

Das Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung ist jetzt in der Samerstraße

Für den neuen Raum braucht es deine Unterstützung!

Das Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung ist ab Mai 2026 im Zentrum von Rosenheim zu finden: In der Samerstraße 11, nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt. Nach fast 15 Jahren in der Innstraße beginnt damit ein neues Kapitel. Doch dieses Kapitel ist noch nicht gesichert: Aktuell reicht das vorhandene Geld nicht aus, um die Miete langfristig zu decken. Der neue Raum ist noch nicht finanziert. Damit das Z bestehen kann, braucht es jetzt dringend mehr Fördermitglieder.

Und eines ist klar: Dieses linke Zentrum wird im rechts-konservativen Rosenheim dringend gebraucht. Gerade in einer Stadt wie Rosenheim ist ein solcher Raum unverzichtbar. Ein linker, selbstverwalteter Ort schafft Sichtbarkeit für kritische Perspektiven, fördert solidarisches Handeln und bringt Menschen zusammen, die sich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen. Ohne ein linkes Zentrum fehlen Austausch, Vernetzung und die Möglichkeit, gemeinsam aktiv zu werden.

Das neue Z in der Samerstaße soll mehr als nur ein Veranstaltungsort sein: Ein Raum für Diskussionen, für politische Bildung, für Kultur und Begegnung. Hier werden Vorträge organisiert, Filme gezeigt, Lesungen gehalten, Workshops veranstaltet und Aktionen vorbereitet. Für viele Menschen war das Z in der Innstraße ein Ort, an dem sie politisch aktiv geworden sind –  auch das neue Z soll ein Ort sein, der verbindet, inspiriert und stärkt.

Damit das so bleibt, ist eines zentral: Unabhängigkeit.

Sowohl politisch als auch finanziell. Das Z soll ein Ort sein, der nicht nach der Logik des Marktes funktioniert und nicht von staatlichen oder parteipolitischen Interessen abhängig ist. Deshalb finanziert sich das Zentrum bewusst über Mitgliedsbeiträge. Doch genau hier liegt aktuell das Problem: Die neuen Räume sind deutlich teurer – und im Moment reichen die bestehenden Beiträge nicht aus, um die Miete zu decken.

Umso wichtiger ist es, dass es weitergeht. Das neue Z soll ein offener Treffpunkt für viele verschiedene Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen sein. Diese Vielfalt ist unsere Stärke: Unterschiedliche Perspektiven, Themen und Aktionsformen kommen hier zusammen und machen das Zentrum lebendig. Ob politische Diskussion, kulturelle Veranstaltung oder gemeinsames Organisieren – das Z lebt von den Menschen, die es nutzen. Komm vorbei, bring dich ein, werde Teil davon! Besuche Veranstaltungen, lerne neue Leute kennen und gestalte diesen Raum mit. Das Z ist das, was wir gemeinsam daraus machen. 

Damit das langfristig funktioniert, braucht es jedoch mehr als Engagement – es braucht auch finanzielle Unterstützung. Werde Fördermitglied (ANTRAG HIER) und sichere den Fortbestand eines linken Zentrums in Rosenheim. 

Jeder Beitrag hilft – und ist aktuell entscheidend.

Sichere mit uns den Fortbestand eines linken Zentrums in Rosenheim.

Schaffe mit uns einen Raum für linke Theorie, Diskussion, Kultur und Praxis – mitten in der Stadt.

Ein linker-emanzipatorischer Raum entsteht nicht von allein.

Es braucht dich – jetzt.

  • Fördermitglied werden:

Den Antrag auf  Foerdermitgliedschaft gibt es HIER

  • Einmalig Spenden:

SPENDENKONTO:

IBAN: DE48 4306 0967 2031 5923 01 (Kontoinhaber: VKKW )
BIC: GENODEM1GLS (GLS Bank )

Stichwort: Z Rosenheim

bzw.: Konto: 2031592301  / BLZ: 43060967  (GLS Bank )

Ein neues linkes Zentrum kommt – aber es braucht Deine Hilfe

„wenn wir es woll’n. Wir werden es schaffen“

Rosenheim, 04.04.2026

Liebe Freund:innen und Genoss:innen

Am vergangenen Donnerstag fand ein Plenum der bisherigen Z-Nutzer:innen statt. Und auch wenn die Finanzierung noch nicht final steht – es gibt eine gute Nachricht: Wir haben beschlossen, neue Räume anzumieten und zu beziehen. Wir haben „Ja“ gesagt  zu einem Objekt – keine 500 Meter vom Bahnhof entfernt. Voraussichtlich im Mai nimmt das Z in neuen Räumen seinen Betrieb wieder auf

Die Kündigung der Räume in der Innstraße war für viele von uns ein Schock. Fast 15 Jahre hatten wir einen Veranstaltungsraum und eine Bibliothek. Hier fanden Vorträge, Filme, Diskussionen, Lesungen, Ausstellungen, Workshops und Aktionsvorbereitungen statt; es war zudem eine Anlaufstelle für Interessierte und ein Ort des Austausches und der Vernetzung. Etliche Menschen haben sich hier politisiert. Die Kündigung hat aber auch Kräfte frei gesetzt, denn Vielen wurde klar: Ohne Z verlieren wir mehr als Räume – wir verlieren Debatte, Kultur und Widerstand. Ohne einen solchen Ort fehlt in Rosenheim ein sichtbarer Anlaufpunkt für kritisches Denken und solidarisches Handeln. Engagement wird vereinzelt, Ideen finden keinen Raum, Begegnungen bleiben aus. Ein linker Raum ist nicht nur Infrastruktur – er ist Motor und Herzstück einer linken, emanzipatorischen Bewegung.

Es gibt eine neue Bereitschaft und erste neue Fördermitglieder und jetzt geht es einen riesigen Schritt nach vorne: Der Vertrag ist unterschrieben. Ein linker Raum scheint gesichert: Wir werden im Mai unser neues, frisch renoviertes linkes Zentrum in Rosenheim beziehen. Mitten im Herzen von Rosenheim. Doch damit aus diesem „Ja“ auch wirklich ein dauerhaftes „Da“ wird, fehlt uns noch ein entscheidendes Puzzleteil: Die vollständige Finanzierung.

Die Miete für die neuen Räume ist monatlich deutlich höher als zuvor. Um den Betrieb dauerhaft sicherzustellen und nicht schon nach wenigen Monaten wieder in die Knie zu gehen, müssen wir die Lücke schließen. Wir haben den Traum und den Raum, aber wir brauchen die Mittel, um ihn dauerhaft zu verwirklichen.

Das bedeutet: Wir brauchen euch. Jetzt!!!

Ein neues Zentrum entsteht nicht allein durch gute Ideen, sondern durch solidarische Unterstützung. Jeder regelmäßige Euro zählt, jeder neue Fördermitgliedschaft ist ein Baustein für unsere Zukunft.

👉Werde jetzt Fördermitglied! 

Es geht um einen offenen Treffpunkt für Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen, die sich für soziale Gerechtigkeit engagieren.

Hier geht’s zur Mitgliedschaft: https://z-rosenheim.org/rosenheim-braucht-ein-linkes-zentrum/

Nicht nur der Betrieb, auch der Umzug / die Neueinrichtung etc. kostet viel Geld. Es helfen auch einmalige Spenden. Hier ist unser 

SPENDENKONTO:

IBAN: DE48 4306 0967 2031 5923 01 (Kontoinhaber: VKKW )

BIC: GENODEM1GLS (GLS Bank )

Stichwort: Neues Z

Keine Atempause: Geschichte wird gemacht – schaffen wir ein neues linkes Zentrum in Rosenheim!

In den vergangenen Tagen mussten wir die Räume in der Innstraße räumen und Teile unseres Mobiliars einlagern. Das Z in der Innstraße ist somit Geschichte. Aber wir hoffen, euch bald in neuen, frisch renovierten, zentral gelegenen Räumen begrüßen zu können. Doch es wird monatlich mindestens 250 Euro teurer.
Um also in Kürze ein neues linkes Zentrum eröffnen zu können, brauchen wir dringend neue Fördermitglieder!
Hilf auch du mit, dass in Rosenheim bald wieder Vorträge, Filme, Diskussionen, Lesungen, Ausstellungen und Workshops mit emanzipatorischen, linken Inhalten stattfinden können. Schaffen wir einen neuen linken Raum für Aktionsvorbereitungen, eine Anlaufstelle für Interessierte und einen Ort des Austausches und der Vernetzung. Nur mit genügend neuen Fördermitgliedern ist der neue Raum dauerhaft umsetzbar. Damit auch in Zukunft vielfältige linke Veranstaltungen möglich sind, braucht es dich.
Richte noch heute einen Dauerauftrag ein oder unterschreibe die Fördermitgliedschaft

https://z-rosenheim.org/rosenheim-braucht-ein-linkes-zentrum/

SPENDENKONTO:
IBAN: DE48 4306 0967 2031 5923 01
Kontoinhaber: VKKW) BIC: GENODEM1GLS (GLS Bank)
Stichwort: Z Rosenheim


Wir hoffen auf eure Unterstützung und Solidarität!

Aktive aus dem Z – linken Zentrum in Selbstverwaltung
https://z-rosenheim.org

PS. Viele der Z-Gruppen sind auch weiterhin (im Exil) aktiv. Die KüfA ist zum Beispiel zukünftig montags in der Vetternwirtschaft. Aktuelle linke und (sub)kulturelle Termine findet ihr unter: https://rosenheim.social/

PPS. Leitet diese E-Mail gerne an mögliche neue Unterstützer:innen weiter

Alles beginnt im Zentrum – Warum spenden jetzt gebraucht werden

Kulturzentren, selbstverwaltete Jugendclubs, unkommerzielle Bühnen und Theken, solidarische Hausprojekte, – hier werden alternative Lebensentwürfe und solidarisches Miteinanders möglich. Viele verbinden mit diesen Orten prägende Erinnerungen: Das erste Punkkonzert, den ersten Absturz oder die erste Demo. 

Es sind Orte, an denen Menschen auf die Idee kommen, Dinge abseits der Norm zu denken. Meist werden sie von ehrenamtlichen Engagement getragen und von gemeinnützigen Vereinen verwaltet. Viele dieser Orte setzen Projekte zur Demokratiebildung und gegen Diskriminierung um. Doch die Orte sind aktuell bedroht durch rechte Angriffe, politischen Druck und Kürzungen von Fördermitteln.

Rechte Angriffe

In letzter Zeit kommt es vermehrt zu Angriffen auf selbstverwaltete Zentren. Die Zahl der rechten Straftaten gegen „politische Gegner“ ist in von 2023 zu 2024 um zwei Drittel angestiegen, sagen die Zahlen vom VBGR. Der Verband erfasste für das Jahr 3.453 rechtsmotivierte Angriffe, so viele wie noch nie zuvor. Die Zahl der Brandanschläge hat sich zum Vorjahr sogar verdoppelt. Politische Gegner sind in den Augen von rechten Angreifern, alles und alle, die nicht rechts (genug) sind, dazu gehören vor allem auch alternative Jugend- und Kultureinrichtungen.

Im Juni 2025 brannte zum Beispiel das Autonome Jugendhaus Bargteheide bei Hamburg, es war der dritte Brand innerhalb eines Jahres. Begleitet wurden die Brände mit Vandalismus und rechten Schmierereien.
Im Mai wurde das Hausprojekt Zelle79 in Cottbus mit Fackeln angegriffen, die Angreifer sollen sich als Adolf-Hitler-Hooligans bezeichnet haben.
Ende Mai griffen 15-20 Rechte die Hirsch Q in Dortmund an, sie schlugen mit Bierbänken und einem Teleskopschlagstock gegen die Tür der Punkrockkneipe, in der sich viele Gäste befanden.

Dies sind nur drei Beispiele rechter Angriffe auf Kultur- und Jugendzentren aus den letzten Monaten. Bewusst haben wir nicht nur Angriffe aus Ostdeutschland aufgezählt, auch wenn dort rechte Pöbeleien und Angriffe zum Alltag jedes alternativen Ortes gehören. Gewalt gegen als nicht-rechts wahrgenommene Zentren gibt es in ganz Deutschland.

Videos zum Thema

Das Reportage-Format follow me.reports von funk hat im Mai 2025 über die Situation von alternativen Zentren im Osten berichtet: Rechte Angriffe, leere Kassen: Jugendclubs in Gefahr?

Im Juni 2025 berichtete der Spiegel: Wie Neonazis linke Jugendzentren ins Visier nehmen

Politischer Druck 

Der Druck auf unabhängige Kultur- und Jugendeinrichtungen hat auch politisch spürbar zugenommen. 

Wenn z.B. eine Partei wie die CDU im Bundestag eine Kleine Anfrage gegen zivilgesellschaftliche Akteure stellt, um gegen Demonstrationen vor den eigenen Parteizentralen vorzugehen, setzt sie den Ton, wie auf Gesellschaftskritik reagiert werden soll. Auf Landes- und kommunaler Ebene ist dieser Ton häufig noch viel rauer. In den Landtagen werden regelmäßig Kleine Anfragen gestellt, bei denen es vorrangig darum zu gehen scheint, Arbeit von Vereinen gegen Rassismus oder für mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit zu diffamieren. Immer wieder wird subtil oder offen davon gesprochen, der Staat fördere sogenannte Linksextremisten. Förderung für Jugendarbeit wird in Frage gestellt, wenn ein Verein über queere Liebe informiert oder ein soziokulturelles Zentrum zu einer Demo gegen den Rechtsruck aufruft, weil das eine politische Meinungsäußerung sei, die einem gemeinnützigen Verein nicht zustehe.
Überall gilt: Wenn Parteien, die Engagement für Migrant:innen, für schwule Jugendliche oder für Konzerte jenseits des Mainstreams als unnötig betrachten, über die Fördergelder (mit-)bestimmen, wird vermehrt gestrichen. 

Kürzungen 

Generell steht es nicht gut um die Finanzen von Kultur- und Jugendarbeit. Hier wird oft als erstes gestrichen, wenn der Haushalt verhandelt wird. Vereine, die für und mit marginalisierten Gruppen arbeiten, die sich gegen jede Form von Ideologien der Ungleichheit engagieren, oder Kultur realisieren, die nicht in den Mainstream passt, haben es doppelt schwer. Denn zusätzlich zu den allgemeinen Kürzungen sind sie von dem politischen Klima betroffen, das eine kritische Haltung eher als Demokratiegefahr statt als ihre Voraussetzung sieht. Im sächsischen Grimma fehlt der gesellschaftliche Rückhalt, das Jugend- und Kulturprojekt Spitzenfabrik sieht sich einem rechten Konsens gegenüber, der das Projekt umso notwendiger macht, aber gleichzeitig seine Förderung verhindert.

Von Kürzungen sind aber auch westdeutsche Vereine in Großstädten betroffen. Zum Beispiel wurde dem Jugendclub Courage aus Köln, der seit Jahrzehnten politische Bildung zu Geschichte und Gegenwart des Nationalsozialismus anbietet, 2024 die städtische Förderung um ein Drittel und in diesem Jahr dann vollkommen gestrichen. 

In anderen Kommunen wird teilweise alles versucht, dass Einrichtungen, die vermeintlich nicht in das eigene Gesellschaftsbild passen, nicht weiter bestehen können. 

Anfang September lehnte der Stadtrat im sächsischen Wurzen ab, dass das Netzwerk Demokratische Kultur seinen Eigenanteil für eine Bundesförderung, den eigentlich die Gemeinde aufbringen soll, selbst finanzieren kann. Somit können die 70.000 € vom Bund gar nicht erst in Anspruch genommen werden. (www.ndk-wurzen.de/aktuelles/unsere-stellungnahme-zum-stadtratsbeschluss

In Salzwedel (Sachsen-Anhalt) lehnte der Stadtrat im Februar 2025 eine bereits zugesagte Bundes-Förderung von 700.000 Euro aus dem Programm „Demokratie leben!“ ab, mit dem Geld sollten über acht Jahre Jugendprojekte und Vereine von der Kommune unterstützt werden. Offenbar sahen die Vertreter:innen nicht, dass es in ihrer Stadt einen Bedarf für diese Arbeit gibt. Im selben Monat, in dem die Stadt diese Demokratie-Gelder quasi zurückgegeben hat, wurde das autonome Zentrum Kim Hubert in Salzwedel mit Schlagstöcken angegriffen. Nicht zum ersten Mal. 

Dies sind keine Einzelfälle. Beinahe täglich berichten Vereine über Mittelkürzungen, über die Kündigung des Mietvertrags aufgrund politischen Drucks und über gezielte Diffamierungen, auch von politischen Akteur:innen. 

Der Text auf dem Bild lautet: "Alles beginnt im Zentrum" in großen, weißen Buchstaben auf schwarzem Hintergrund, umgeben von blauen Kreislinien.

Diskussionen und Auseinandersetzungen, die an selbstverwalteten Orten stattfinden sind unersetzlich. Hier beginnen zivilgesellschaftliche Initiativen. Hier können Menschen unabhängig vom Geldbeutel, Herkunft oder sexueller Orientierung feiern, sich organisieren und weiterbilden.
Außerhalb von Großstädten sind diese Orte oft die einzigen, die Konzerte, Partys und Lesungen für Solipreise anbieten. Ohne Orte, an denen junge Menschen auch mal scheitern und daraus lernen können, fehlt der Raum, an dem man überhaupt auf die Idee kommt, Gesellschaft ganz anders zu sehen.

Es gäbe quasi keine Demos gegen Rechts, keine CSDs ohne selbstverwaltete Orte, an denen Menschen erfahren, wie man diese gemeinsam organisiert.
Kultur jenseits des Mainstreams bräche komplett weg ohne alternative Zentren. Unbekannte Autor:innen und Bands, egal ob Hardcore, Punk oder HipHop, haben hier ihre Auftritte. So gut wie jede Band aus Deutschland, die in Wacken oder bei Rock am Ring auf dem Plakat steht, ist früher durch stickige Kulturzentren getourt. 

Es ist jetzt an der Zeit Orte der Kritik zu unterstützen! Nach einem Angriff oder einer politischen Schmierkampagne braucht es Geld. Förderungen steigen nicht, obwohl die Kosten steigen – damit Engpässe abgefangen werden können, braucht es Geld. Für ein bisschen Luft um die eigene Finanzierung ganz neu denken zu können, braucht es Geld.

Hilf mit einen solidarischen Topf für selbstverwaltete Jugend- und Kultureinrichtungen aufzubauen! Spende für Alles beginnt im Zentrum

80 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus – Kundgebung in Rosenheim

80 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus – Kundgebung in Rosenheim

📣 80 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus – Kundgebung in Rosenheim
🕕 Donnerstag, 8. Mai 2025 | 18:00 Uhr
📍 Max-Josefs-Platz, Rosenheim

Am 8. Mai jährt sich die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 80. Mal. Auf Initiative des Bündnis „Rosenheim ist bunt“ findet am 8. Mai 2025 um 18 Uhr auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim eine Kundgebung satt, die wir von Z unterstützen. Wir rufen gemeinsam mit vielen anderen zur Kundgebung auf, um ein klares Zeichen zu setzen:


🟣 Für Demokratie
🟢 Für Vielfalt
🔴 Für Menschenrechte



Im folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung von Rosenheim ist Bunt

80 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus – Kundgebung in Rosenheim

Rosenheim, 14.04.2025 – Am 8. Mai 2025 jährt sich die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus zum 80. Mal. Aus diesem Anlass ruft das Bündnis „Rosenheim ist bunt“ zu einer Kundgebung auf.

Die Versammlung findet am Donnerstag, den 8. Mai 2025, um 18:00 Uhr auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim statt. Gemeinsam mit Bürger*innen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und politischen Vertreter*innen soll an die historische Bedeutung dieses Tages erinnert und ein klares Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte gesetzt werden.

Die Kundgebung bietet die Gelegenheit, sich gemeinsam gegen Ausgrenzung und Intoleranz zu positionieren und die Werte eines friedlichen und respektvollen Miteinanders zu bekräftigen. Das Bündnis „Rosenheim ist bunt“ lädt alle Bürger*innen herzlich ein, sich an der Kundgebung zu beteiligen.

Reka Molnar, Sprecherin von Rosenheim ist Bunt, betont: „Erinnern heißt Kämpfen – das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus darf nicht bloße Vergangenheit bleiben.

Es ist eine Verpflichtung für die Gegenwart und Zukunft. Gerade in Zeiten, in denen rechtsextreme Strömungen und demokratiefeindliche Tendenzen wieder erstarken, ist es notwendiger denn je, sich aktiv für eine offene und solidarische Gesellschaft einzusetzen, denn: Nie wieder ist jetzt!“

Holt euch Gutscheine unterstützt die Initiative Bezahlkartentausch

Liebe Unterstützerinnen, liebe Freundinnen,

wir, die neu gegründete Initiative Bezahlkartentausch, tauschen seit mehreren Wochen jeden Dienstag im Z-Linkes Zentrum die Bezahlkarten von Geflüchteten zu Bargeld um. Wir haben mittlerweile Gutscheine für alle gängigen Supermärkte (Lidl, Rewe, Edeka, DM) vor Ort. Diese haben Werte von 10€ bis 250€.

Der Prozess läuft ab wie folgt:

  1. Die Geflüchteten gehen in ein Geschäft und kaufen mit ihrer Bezahlkarte einen Gutschein.
  2. An vorgegebenen Terminen kann man diese bei uns gegen Bargeld umtauschen.
    Um dieses Projekt am Leben zu halten, brauchen wir allerdings solidarische Leute, die diese Gutscheine von uns kaufen.

Es besteht sehr großer Andrang von Seiten der Geflüchteten, weshalb wir für einen reibungslosen Kreislauf dringend Gutscheine loswerden müssen.
Wir bitten um eure Solidarität , damit dieses Projekt langfristig bestehen bleiben kann.
Wenn ihr uns unterstützen könnt, gebt uns gerne kurz Bescheid. Prinzipiell sind wir jeden Dienstag ab 17 Uhr und jeden zweiten und vierten Sonntag ab 16:30 Uhr im Z – gerne richten wir uns aber auch nach euch.

Solidarische Grüße,
Initiative Bezahlkartentausch

Weitere Infos:

https://bktrosenheim.noblogs.org

Veranstaltungen im Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung | Juni & Juli 2024

In den kommenden Wochen finden mehrere Veranstaltungen im Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung (Innstraße 45a, Rosenheim) statt. Neben einer Ausstellung zu 100 Jahren politischer Solidaritätsarbeit, werden zwei Filme gezeigt und ein Vortrag gehalten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltungen sind kostenlos, aber nicht umsonst.


28.5. – 31.7.: Ausstellung „100 Jahre Rote Hilfe“ | Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung.

Die Ausstellung behandelt die Geschichte der Roten Hilfe von 1924 bis heute. Weitere Informationen: https://z-rosenheim.org/events/ausstellung-100-jahre-rote-hilfe/


2.6. | 19 Uhr: Der politische Filme „Stonewall“ | Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung.

Film über die Stonewall Riots vor 55 Jahren und die Ursprünge des CSD. Weitere Informationen: https://z-rosenheim.org/events/stonewall/


7.6. | 19 Uhr: Vortrag von Dr. Thomas Nowotny „Ein Stolperstein für Johann Vogl“.

Dr. Thomas Nowotny wird in seinem Vortrag die Geschichte und das Wirken von Johann Vogl (*1898, Mitglied und engagiert in proletarischen Organisationen, wie bspw. proletarische Freidenker und Rote Hilfe, ermordet †1938 von den Nazis) darstellen. Weitere Informationen: https://z-rosenheim.org/events/johann-vogl/


7.7. | 19 Uhr: Der politische Film „Solidarität verbindet“ | Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung

Der Film , der zum 100-jährigen Bestehen der Roten Hilfe erschienen ist, widmet sich der Geschichte und Gegenwart der Solidaritätsarbeit der Roten Hilfe. Weitere Informationen: https://z-rosenheim.org/events/solidaritaetverbindet/