Rückblick Erster Mai 2026
Am 1. Mai, dem Kampftag der Arbeiter*innenklasse, gehen weltweit lohnabhängig Beschäftigte für ihre Rechte auf die Straße – auch in Rosenheim. Zahlreiche Gruppen aus dem Z linken Zentrum beteiligten sich auch in diesem Jahr an der Demonstration des DGB in Rosenheim und brachten ihre Perspektiven und Kämpfe sichtbar ein.


Mehrere Gruppen aus unserem Spektrum waren mit unterschiedlichen Aktionen beteiligt. Zentral waren die Redebeiträge – sowohl auf der Demonstration selbst als auch auf der Abschlusskundgebung. Die Zwischenkundgebung am Salzstadel war geprägt von der Z-Rede von Andreas Salomon (siehe unten). Aber auch auf der Abschlusskundgebung waren wir präsent. In einem Beitrag (mit 3 Redner:innen) wurden unterschiedliche Gruppen aus dem selbstverwalteten linken Zentrum vorgestellt, ihre Arbeit sichtbar gemacht und Möglichkeiten aufgezeigt, sich einzubringen. Die Z-Reden bildeten damit einen Ergänzung zu den DGB-Inhalten. Sie verbanden Analyse und Praxis, Kritik und Perspektive – und unterstrichen, dass der 1. Mai auch in Rosenheim ein Tag des gemeinsamen Widerstands ist.
Neben den Reden, waren Teile der Z-Gruppen mit Infostände präsent, führten Gespräche mit Interessierten und informierten über ihre Arbeit. Thematisiert wurden unter anderem Möglichkeiten solidarischer Unterstützung im Alltag – etwa Initiativen rund um Bezahltkartentausch – sowie Perspektiven kollektiver Organisierung. Ergänzt wurde das ganze durch eine Infowand, auf der sich verschiedene Zusammenhänge präsentierten.

So wurde der 1. Mai auch in Rosenheim zu einem Tag, an dem unterschiedliche linke Kämpfe zusammenkamen, sich vernetzten und gemeinsame Perspektiven sichtbar machten. Im Folgenden dokumentieren wir die Redebeiträge aus unserem Spektrum:
- A) Rede Zwischenkundgebung -Andreas Salomon: Zunehmende Armut
- B) Reden Abschlusskundgebung- Vorstellung des Z (durch den Initiativkreis Migation) & Beispielhafte Vorstellung von vier Gruppen: Offene Antifaschistische Plenum Rosenheim, Widersetzen Rosenheim, Bezahlkartentausch Rosenheim, Solidaritätsnetzwerk Rosenheim
Hier einige Impressionen:











- A) Rede Zwischenkundgebung -Andreas Salomon: Zunehmende Armut

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Tag für Tag werden uns neue Sparmaßnahmen aufgezwungen. Man muss von finanzieller Auspressung, ja Ausplünderung sprechen. Jetzt reicht es, so kann es nicht weitergehen! Auf allen Ebenen, in allen Bereichen erleben wir eine ungeheure Teuerung. Jeder bekommt es täglich bei den die Lebensmittelpreise zu spüren. Sie steigen und steigen und die Bedürftigsten von uns sind längst in größten Schwierigkeiten. Die Tafeln haben einen Zulauf wie noch nie, obwohl es natürlich Sache des Staates bzw. der jeweiligen Stadt wäre, diesen Menschen zu helfen. Aber es passiert nicht. Im Gegenteil, die Verarmung schreitet auch in Rosenheim immer mehr voran. Das kann so nicht weiter gehen.
Schluss mit einer Politik der zunehmenden Verarmung!
Rücknahme aller Sparmaßnehmen!
Angriffe auf den Sozialstaat
Täglich erleben wir, dass die Angriffe auf unsere erkämpften Rechte von Seiten der Regierung in gewaltigem Ausmaß zunehmen. Der DGB spricht schon davon, dass die „Attacken auf unseren Sozialstaat“ „Klassenkampf von oben“ seien. Ja, es geht um uns, denn die kleine Gruppe der Reichen und Superreichen wird geschont und gepäppelt, während die breite Masse der abhängig Beschäftigten unablässig zur Kasse gebeten wird. Und die Regierung hat angekündigt, dass wir erst am Anfang ihres Ausplünderungsplanes stehen. Ich wiederhole: Jetzt reicht es!
Aktuelle Umfragen belegen, dass bereits 81 % der Bevölkerung die soziale Schieflage unseres Landes missbilligen.
Unsere Forderung kann da nur heißen:
Für eine Politik der finanziellen Verteilung von oben nach unten!
Die großen Angriffe kommen erst noch
Und nicht nur die Regierung, auch die Arbeitgeber kommen mit Forderungen aus der neoliberalen Mottenkiste daher. Sie wollen das Rentenalter erhöhen und den 8 -Stunden-Tag abschaffen. Wir würden zu wenig arbeiten, heißt es, welche ein Hohn! So soll den Müttern „der Wiedereinstieg in die Arbeit erleichtert“ werden. Wie wäre es, sie mal zu fragen, ob das angesichts ihrer Kinder und ihrer generellen Überlastung überhaupt möglich und zudem ihr Wunsch ist. Sogar ein Feiertag soll gestrichen werden. Und dabei hat Ministerpräsident Markus Söder ausgerechnet an den 1. Mai gedacht. Was für eine Provokation! Weiterhin hat die Regierung vor, die Lohnfortsetzung am ersten Krankentag auszusetzen, um die Arbeitgeber zu entlasten. Und das alles, obwohl die Arbeitsbelastung ständig steigt und steigt und damit auch der Krankenstand höher wird. Besonders psychische Erkrankungen machen vielen zu schaffen. Anstatt die Ursachen dafür zu bekämpfen, wird durch die geplante Krankenkassen-Reform die Situation nur noch weiter verschärft. So soll es in Zukunft eine Teilkrankschreibung zu nur noch 75, 50 oder gar 25 % geben. Und auch die Zuzahlung bei den Medikamenten soll um 50 % steigen. Überdeutlich wird, dem Staat geht es nicht um die Menschen, nicht um unsere Gesundheit, sondern einzig und allein um die Lösung seines Problems, wo er wie viel Geld einsparen kann. Deshalb fordern wir:
Weg mit den Angriffen auf unsere erkämpften sozialen Rechte!
Kriegsvorbereitung
Und warum die ganze Ausplünderung? Wir alle wissen, unser Geld wird uns genommen, wir werden immer mehr stranguliert, unser Land mit all seinen sozialen Einrichtungen und seinen sowieso schon maroden Bildungseinrichtungen wird kaputt gespart, um eine nie dagewesene Aufrüstung zu finanzieren.
Die überall und besonders in Deutschland stattfindende Kriegsvorbereitung ist eine der größten Bedrohungen unserer Zeit.
Kein Tag vergeht, ohne Berichte von den imperialistischen Kriegen unserer Zeit, die alle auf einen großen, vernichtenden 3. Weltkrieg zwischen den Großmächten hinauslaufen, in den wir hineingezogen werden. Wir sollen jetzt sparen an allen Ecken und Enden, damit der Staat so schnell wie möglich kriegstauglich wird. Die Unterstützung der Ukraine ist dabei nur eine Zwischenetappe. Wir protestieren entschieden gegen die ständige Anheizung der Rüstungsspirale, gegen die unglaubliche Steigerung des Rüstungsetats, gegen die Gefahr eines alles vernichtenden Atomkrieges. Schon zweimal haben deutsche Politiker einen Weltkrieg begonnen und Tod und Vernichtung über die ganze Erde getragen. Wir wollen nicht mehr kriegsbereit werden, sondern friedenstüchtig. Das ist auch eine der Grundlagen gewerkschaftlicher Politik.
Wir wehren uns gegen die zunehmende Militarisierung unserer ganzen Gesellschaft, gegen den Zugang der Bundeswehr zu den Schulen und eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wir wollen weiter in Frieden mit anderen Völkern leben. Deshalb rufen wir alle jungen Menschen auf, den Kriegsdienst zu verweigern. Wir helfen bei der Beratung.
Schluss mit der Politik der Aufrüstung
Keine Wiedereinführung der Wehrpflicht!
Nie wieder Krieg!
Solidarität mit den Flüchtlingen
Und zu dieser Friedenspolitik zählt auch der Kampf gegen Rassismus und Fremdenhass besonders gegenüber den Flüchtlingen. 500 von ihnen sind in diesem Jahr bereits im Mittelmeer ertrunken. In höchster Not haben sie versucht, zu uns zu flüchten. Den Medien war das nahezu keine Zeile wert. Manche schaffen es, völlig erschöpft, oft krank und traumatisiert, bis an unsere Grenze zu kommen und werden dann dort in gefängnisartigen Lagern kaserniert. Und viele, die es nach Deutschland geschafft haben, werden dann rigoros bei Nacht und Nebel wieder abgeschoben. Was sind das für Politiker, die dann stolz verkünden, die Zahl der Asylbewerber weiter minimiert zu haben!
Wir halten dagegen:
Solidarität mit allen Flüchtlingen!
Keinen Fußbreit der AFD
Und die größte Ausländerfeindlichkeit geht von der AFD aus. Remigration aller Flüchtlinge hat sie sich auf die Fahnen geschrieben. Und wer noch Unklarheiten hat, worauf ihre Politik insgesamt hinausläuft, werfe einen Blick in ihren 156-seitigen Programmentwurf für die Wahl im September in Sachsen Anhalt. Sollte dieses Programm irgendwann nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern sogar in ganz Deutschland Wirklichkeit werden, möchte niemand von uns in diesem Land länger leben.
Ich beschränke mich als langjähriger Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nur auf einige Stichpunkte aus ihrem Schulprogramm für Sachsen-Anhalt.
Die mühsam erkämpfte Schulpflicht wird abgeschafft. Ebenso wie eine soziale und psychologische Betreuung an den Schulen, die so notwendig ist. Auch Integration und Inklusion, für die wir seit Jahrzehnten kämpfen, wird es nicht mehr geben. Für Flüchtlings-kinder will die AFD Sonderklassen einrichten. Als Unterrichtsmethode wird grundsätzlich wieder der Frontalunterricht wiederbelebt. Weiter soll die Dreigliedrigkeit des Schulwesens wieder verstärkt werden und aufs Gymnasium sollen nur noch 25% der Kinder gehen. Der Geschichtsunterricht wird erwartungsgemäß den nationalen Gedanken fördern und „das demokratische Prinzip“ ist in Schulen grundsätzlich, wie es wörtlich heißt: „fehl am Platze“. Dafür ist jetzt „Deutsch denken“ angesagt.
Das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt, was sich die AFD vorgenommen hat. In Bezug auf uns heißt es übrigens : „Perverse-links – Agitation beenden!“
Wir fordern hingegen:
Schluss mit der rechten demokratiefeindlichen Hetze der AFD!
Für ein sofortiges Verbot dieser Partei!
Sollte die AFD je irgendwo in Deutschland oder sogar im ganzen Land an die Macht kommen, dann wird sie nicht nur unsere Demokratie zerstören, sondern auch jeglichen Kampf gegen die immer bedrohlichere Klimakatastrophe einstellen. Und dann gute Nacht!
Klimakatastrophe
Gletscherschmelze, Meeresspiegelanstieg und Extremwetter wie Dürren, orkanartige Stürme und schwere Überflutungen nehmen schon jetzt weltweit in einem nie gekannten Ausmaß zu. Das Ziel des Pariser Abkommens, das der mehrjährige durchschnittliche Temperaturanstieg 1,5% nicht überschreiten dürfe, kann nicht mehr eingehalten werden. 2024 wurde diese Marke erstmals überstiegen. Klimaforscher warnen eindringlich vor dem Erreichen sogenannter Kipppunkte, die irreversible Schäden verursachen. Werden die Treibhausgasemissionen nicht sehr bald deutlich gesenkt, lässt sich die totale Klimakatastrophe nicht mehr verhindern. In vielen Bereichen der Erde wird dann niemand mehr leben können. Tod und Verderben, besonders auf der Südhalbkugel, sowie riesige Flüchtlingsströme und gewalttätige Auseinandersetzungen werden dann die Folge sein.
Aber warum werden hierzulande die regenerativen Energiequellen trotz besseren Wissens eingeschränkt und ihre Produktion zurückgefahren. Die Antwort ist so einfach wie erschreckend. Ein kapitalistisches Gesellschaftssystem ist immer nur dann an der Lösung gesellschaftlicher Probleme interessiert, solange damit eine Profitmaximierung möglich ist.
Der Rosenheimer Wissenschaftler Franz Garnreiter hat diese Zusammenhänge sorgfältig untersucht und in seinem soeben erschienenen Buch „System Change oder Klimakatastrophe“ überzeugend dargestellt.
Unsere Erwartungen an Abuzar Erdogan
Abschließend komme ich jetzt zu unseren Erwartungen, die wir an den neuen Rosenheimer Bürgermeister Abu Erdogan stellen wollen.
Die historische Abwahl von Andreas März ist uns allen eine große Freude gewesen, und wir gratulieren auch an dieser Stelle Abu ganz herzlich zu seinem überdeutlichen Wahlsieg. Und er ist bereits tätig geworden. Schon vor dem Beginn der Amtsübernahme hat er dafür gesorgt, dass ein Prozesstermin in Folge unserer Stadtrats-Proteste gegen die Vereidigung des rechtsradikalen Stefan Bauer storniert wurde und ein anderes bevorstehendes Verfahren eingestellt wurde. Abu hat zugesagt, sämtliche Verfahren nicht weiter zu verfolgen.
Viele Menschen, die sich im Z treffen, haben immer wieder die Politik der Stadt als kalt, stur, reaktionär und äußerst repressiv erfahren. Und wir haben auch immer wieder eine Rosenheimer Polizei erlebt, die, aus welchen Gründen auch immer, übergriffig wurde. Damit muss jetzt Schluss sein! Wir erwarten, wie es in Demokratien üblich sein sollte, dass Zivilcourage begrüßt wird und neue Gedanken als Bereicherung für den gesellschaftlichen Diskurs verstanden werden. Der reaktionäre, verstaubte Mief muss einem Geist der Aufklärung und Freiheit weichen!
Dazu gehört auch eine lebendige Gedenkkultur. Deshalb muss die Verlegung von Stolpersteinen auf öffentlichem Grund erlaubt werden und am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, soll es wie in anderen Städten eine öffentliche Gedenkfeier der Stadt geben. Und wir wollen auch, dass die Diskussion um aus der Nazizeit belastete Straßennamen nicht länger hinter verschlossenen Türen geführt wird, sondern transparent gemacht wird und jeder mitdiskutieren kann. Außerdem fordern wir ein zentrales Denkmal für alle Opfer des Nationalsozialismus.
Rosenheim muss vor allem eine freundliche Stadt für Menschen werden und darf nicht länger eine Autostadt sein, in der Fußgänger und Radfahrer täglich um ihr Leben fürchten müssen.
Wir wollen viel Bewegungsfreiheit und eine zügige, vollständige Umsetzung des Radentscheids.
Und die Wohnungsnot ist groß. Wir brauchen viele neue Wohnungen mit bezahlbare Mieten! Schluss mit dem Leerstand und Neubau von Sozialwohnungen sowie u.a. Nutzung von bisher leerstehenden Wohnungen unter anderem auch als Ateliers für Künstler-gemeinschaften. Wer Wohnungen leer stehen lässt, muss bestraft werden. Noch immer steht das Haus leer, das heute vor einem Jahr besetzt wurde, um auf die Wohnungsnot aufmerksam zu machen.
Bezahlbare Wohnungen für alle!
Und , lieber Abu, noch am Ende zwei Bitten für die Freizeit:
Rosenheim braucht ein zweites Hallenbad, damit genügend Platz für alle interessierten Benutzer da ist!
Und das Erholungsgebiet des Happinger Sees muss unbedingt bleiben!
Lieber Abu, wir sind zuversichtlich, dass du deine ganze Kraft für die Umsetzung unserer Erwartungen einsetzen wirst.
Andreas Salomon
- Reden Abschlusskundgebung-
- Vorstellung des Z (durch den Initiativkreis Migation) & Beispielhafte Vorstellung von vier Gruppen:

Auch von mir und dem linken Zentrum ein herzliches Willkommen zum ersten Mai in Rosenheim.
Das Z und der DGB haben eine geteilte Geschichte der Zusammenarbeit zu den Aufzügen am ersten Mai :
Gemeinsam und kraftvoll haben wir in den vergangenen Jahren unseren Forderungen nach mehr Gerechtigkeit bei Lohn und Daseinsvorsorge in Deutschland und international Ausdruck verliehen und auf die Straße gebracht.
Deshalb freut sich das linke Zentrum in Selbstverwaltung sehr, sich hier vorstellen zu dürfen.
Mein Name ist Khando Ronge, doch wir im z bestehen aus vielen unterschiedlichen Gruppen mit dementsprechend vielfältigen Ansätzen.
Gerade in einer Region wie Rosenheim wird ein unabhängiger und selbstverwalteter Ort wie das Z dringend gebraucht: So schaffen wir Sichtbarkeit für kritische Perspektiven, fördern solidarisches und vernetztes Handeln und bringen Menschen zusammen, denen eine gerechtere Welt wichtig ist.
Bei uns kommen ganz unterschiedliche Formate zum Tragen, vom Vortrag über Film bis zum Workshop. Unsere Gruppen reichen von Attac über Zeugen der Flucht bis zur Bibliothek_a, das illustriert wie Themen wie Klimagerechtigkeit,
Gemeinwohl Ökonomie,echte Teilhabe von Migrant*innen, Beratung zur Kriegsdienstverweigerung und viel mehr ihren Platz bei uns finden.Einige unserer Gruppen stellen sich deshalb auf diesen Stellwänden vor,
einige werden noch hier zu Wort kommen. Kommt gerne auf uns zu und ins Gespräch mit uns.Abschließend möchten wir euch einladen, auch eure Belange und Wünsche in dem Raum einzubringen, den das Z zur Verfügung stellt und Euch anregen,
gerne Z Mitglieder zu werden.Jetzt darf ich das mikro an … Und an… Übergeben, die exemplarisch jeweils 2 Gruppen im Z vorstellen: Das offene antifaschistische Plenum und das Solinetzwerk Rosenheim,den Bezahlkartentausch und widersetzen Rosenheim.
- Offene Antifaschistische Plenum Rosenheim, Widersetzen Rosenheim

Wir sind das OAP – eine organisierte Gruppe junger Menschen, die sich seit über fünf Jahren gegen eine erstarkende Rechte und gegen immer schlechter werdende Lebensbedingungen stellt.
Wir haben uns zusammengeschlossen, weil wir sehen: So wie es läuft, kann es nicht weiter gehen.
Wir leben in einer Zeit, in der Krisen zum Alltag gehören, Mieten steigen, Preise explodieren und viele von uns wissen nicht, wie sie am Ende des Monats noch über die Runden kommen sollen.
Gleichzeitig machen Konzerne Rekordgewinne während Reichtum sich immer weiter konzentriert.
Für uns ist klar: Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines Systems, das auf Ausbeutung basiert.
Als junge Menschen sind wir davon besonders betroffen: In der Ausbildung leisten wir oft Vollzeitarbeit für wenig Geld, in Schule und Studium erleben wir ein Bildungssystem, das nicht fördert, sondern – abhängig davon wie viel Geld oder Unterstützung man von zuhause mitbringt – aussortiert. Viele müssen nebenbei arbeiten um sich das Nötigste leisten zu können, Zeit für Erholung oder echte Teilhabe bleibt so oft auf der Strecke.
Wir sagen:
Bildung ist ein Recht, kein Privileg.
Ausbildung ist Zukunft, keine billige Arbeitskraft.
Als OAP verstehen wir diese Zustände als Teil einer Klassengesellschaft, die Konkurrenz statt Solidarität fördert, deshalb organisieren wir uns, um dem etwas entgegen zusetzen.
Gleichzeitig sehen wir wie rechte und faschistische Kräfte stärker werden , Rassismus wird normalisiert, Menschen werden gegeneinander ausgespielt.
Für uns ist klar: Antifaschismus ist kein Nebenthehma, er ist notwendig als Selbstschutz und als Ausdruck von Solidarität.
Wir lassen uns nicht spalten, weder nach Herkunft, noch nach Geld oder Pass.
Unser Ziel ist eine gemeinsame Perspektive für alle!
Wir richten unseren Blick aber nicht nur auf die Situation hier , wir beschäftigen uns auch mit internationalen Beispielen, wie etwa den Entwicklungen in Rojava, wo unter schwierigen Bedingungen versucht wird, eine Gesellschaft aufzubauen, die auf Basisdemokratie, Frauenbefreiung und ökologischen Prinzipien beruht.
Solche Ansätze zeigen für uns, dass Alternativen möglich sind.
Auch die Klimakrise ist für uns kein isoliertes Problem, sie hängt direkt mit einem Wirtschaftssystem zusammen, das auf Profit und endlosem Wachstum basiert.
Als junge Generation betrifft uns das unmittelbar.
Es geht um *unsere* Zukunft.
Deshalb bleiben wir nicht passiv,
wir organisieren uns ,
wir gehen auf die Straße ,
wir vernetzen uns und leisten Widerstand.
Der 1. Mai ist für uns kein historisches Symbol, sondern ein aktueller Kampftag,
ein Tag an dem wir sichtbar machen,
wofür wir stehen:
Für eine Gesellschaft, in der Wohnen ein Recht ist,
Für eine Welt ohne Ausbeutung
Für Klimagerechtigkeit
Für Frieden statt Krieg
Für echte Demokratie von unten
Für ein Bildungssystem, das stärkt statt auszusortieren
Für Ausbildungsbedingungen von denen man leben kann!
Wir als OAP glauben, Veränderung passiert nicht von allein, sie beginnt dort, wo Menschen sich zusammenschließen und gemeinsam kämpfen.
Deshalb sagen wir:
Nichts muss bleiben, wie es ist
Eine andere Welt ist möglich, wenn wir sie gemeinsam erkämpfen!
- Redeteil zu Widersetzen Rosenheim:

Auch will ich noch eine, ebenfalls im Z organisierte, Gruppe – Widersetzen Rosenheim – vorstellen:
Denn aus unserer Sicht ist der erste Mai kein bloßer Feiertag, sondern er erinnert an die blutige Niederschlagung der Haymarket Riots in Chicago:
Ein Arbeitskampf aus Solidarität, der das größte Opfer gefordert hat.
Damals wie heute ruft die berechtigte Forderung nach gerechter und gleichwertiger Behandlung nur Widerstand und Gewalt hervor.
Die Gegebenheiten nicht hinnehmen zu wollen und sich friedlich zu Widersetzen ist, damals wie heute, das legitime Werkzeug der Darstellung unseres gemeinsamen Willens.
Deshalb schließt sich die Gruppe Widersetzen Rosenheim in diesem Juli schon zum 4. Mal dem friedlichen und gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die AfD an: Widersetzen ist ein bundesweites antifaschistisches Aktionsbündnis.
Mittels massenhaften, zivilen Ungehorsam protestieren wir gegen Faschismus und rechte Politik. Gemeinsam stellen wir uns AfD und anderen Rechten in den Weg. Wir sind Antifaschist*innen, queere und antirassistische Gruppen, Gewerkschafter*innen, Klimaaktivist*innen, Nachbar*innen, Jugendliche – und viele mehr.
Zivilgesellschaftlich. Vielfältig.Ungehorsam.
Kein Raum für Faschismus – nicht heute, nicht morgen.
Wir gehen gemeinsam mit den Azubis gegen Rechts Rosenheim
in Erfurt auf die Straße und demonstrieren gegen den Bundesparteitag der Partei, die unsere Kollg*innen, unsere MitAzubis und unsere Mitschüler*innen abschieben will. Dabei sind wir uns deutschlandweit in über 70 Orten der Unterstützung des DGBs und seiner Teilgewerkschaften gewiss.
Als breites Bündnis zeigen wir friedlich:Die Würde des Menschen ist unantastbar
– unsere Kämpfe gegen die Faschisierung unseres Alltags verbinden uns!
Kommt deshalb gerne zu unserem Kick off der diesjährigen Erfurt Kampagne
am Tag der Befreiung, am Tag des Schulstreiks gegen die Wehrpflicht
am 8.5.26 Um 19:00 Ins DGB Haus Rosenheim.
- Bezahlkartentausch Rosenheim, Solidaritätsnetzwerk Rosenheim

(Die Rede zur Initiative Bezahlkartentausch, wurde frei gehalten ohne Skript – hier ein sinngemäße Wiedergabe welch evtl vom wörtlichen Text abweichen kann)
Die Initiative Bezahlkartentausch, ist ein Kollektiv mit dem Ziel sich dem zunehmenden Rassismus und der Einführung der Bezahlkarte zu widersetzen.
Die Bezahlkarte für Geflüchtete, auch in Rosenheim, ersetzt Bargeld durch ein stark eingeschränktes Zahlungsmittel. Bargeldabhebungen sind begrenzt ( maximal 50 Euro im Monat ), Zahlungen oft regional beschränkt und viele Überweisungen oder Käufe nicht möglich.
Wir kritisieren diese Praxis klar: Sie erschwert den Alltag massiv und steht für Kontrolle und Ausgrenzung statt für Würde und Selbstbestimmung. Gleichzeitig sehen wir die Gefahr, dass solche Maßnahmen auf weitere Gruppen ausgeweitet werden.
Wir wollen handeln: Neben Vorträgen und Infoständen ermöglichen wir Geflüchteten, das System legal zu umgehen, indem sie Gutscheine gegen Bargeld tauschen können. Gleichzeitig geht es uns darum, eine breitere Debatte über Rassismus und gesellschaftliche Verhältnisse anzustoßen.
Karten tauschen könnt ihr hier am Infostand oder jeden Mittwoch ab 18:00 Uhr im Z linken Zentum in der Samerstarße 11
Rede zum Solidaritätsnetzwerk folgt

Rede zum Solidaritätsnetzwerk folgt
alle Bilder: © /℗ J.Müller









