Programm

So. 05.05.13 | 19:00 | „Öffnungszeiten“ und „Remue-Ménage“ (Der politischer Film)

„Öffnungszeiten“ und „Remue-Ménage“ heißen die beiden Titel, die die infogruppe rosenheim in der Reihe „Der Politische Film“ am Sonntag, 05.Mai ab 19.00 Uhr im Linken Zentrum „Z“ aufführt. Diese „Pflichtfilme für Gewerkschafter_innen“, so die Veranstalter_innen, zeigen nicht nur prekäre Lebens- und Arbeitsbedingungen von Migrant_innen in München und Paris, sondern auch, wie Betroffene sich wehren.

Öffnungszeiten“

Rund um die Hackerbrücke, also mitten in München, einer der reichsten Städte der Welt, spielt sich der Film „Öffnungszeiten“ die meiste Zeit ab. Dort schlafen Arbeiter_innen auf Parkbänken, in Aufenthaltsräumen der deutschen Bahn oder pendeln durch Zimmer ihrer Bekannten. Angehörige sozial benachteiligter Gruppen, insbesondere der türkischen und der Roma-Minderheit in Bulgarien, verdingen sich aus Perspektivlosigkeit in der Heimat in ganz Europa. Als halbwertig behandelte EU-Bürger dürfen sie überall hin reisen, erhalten aber nur unter schwierigen Bedingungen eine Arbeitserlaubnis. In München arbeiten sie häufig als Tagelöhner, für unglaublich schlechte Gehälter und werden zudem regelmäßig um ihr Geld betrogen. Doch einige sind bereit für ihre Rechte einzutreten und zu kämpfen.

„Remue-Ménage“

Einige Schritte weiter gegangen sind 2002 die Migrant_innen, die in Remu-Ménage portraitiert werden. Die meisten stammen aus West-Afrika, alle arbeiten sie über Subunternehmen für den Hotelkonzern Accor. In nahezu aussichtsloser Lage beschließen sie, sich gegen herabwürdigende Arbeitsbedingungen zur Wehr zu setzen und treten in den Streik. Wer glaubt, ein erfolgreicher Arbeitskampf bräuchte einen Organisationsgrad von 70%, eine Riesengewerkschaft sowie deren Funktionär_innen, wird in dem Film eines besseren belehrt: Ein Jahr treten die Frauen in Streik. Unterstützt durch eine Solidaritätsgruppe besetzen sie Hotel-Foyers, verschaffen sich Zugang zu den Büros der Bosse und können einen Großteil ihrer Forderungen nach einem Jahr hartnäckigem Kampf durchsetzen. Als die Betriebsrätin zwei Jahre später gekündigt wird, flammen die Kämpfe von Neuem auf.

Der Filmvortrag beginnt ab 19.00 Uhr im Linken Zentrum in Selbstverwaltung, Z, in der Innstraße 45a. Bereits ab 18.30 Uhr bietet die Rote Zora im Rahmen der Volxküche Essen gegen Spende an.

So, 12.05. 13 | 19:00 Uhr | Wir wollen alles – Theorie und Praxis des Operaismus und der Arbeiterautonomie (Vortrag Roman Danyluk)

Am Sonntag, den 12. Mai kommt der Autor Roman Danyluk für einen Vortrag zu Theorie und Praxis des Operaismus und der Arbeiter_innenautonomie nach Rosenheim. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr im Z, dem Linken Zentrum in Selbstverwaltung an der Innstraße 45a.

Mit dem Auftauchen des Operaismus im Italien der 1960er Jahre entstand eine neue radikale Strömung der emanzipatorischen Linken. Zusammen mit den selbstorganisierten Arbeiter_innenkämpfen in den norditalienischen Fabriken, bildeten die operaistischen Gruppen fortan das Fundament der autonomen Bewegung. Dieser bedeutete die Selbstorganisierung der Kämpfe außerhalb gewerkschaftlicher Leitung und politischer Logik. Im Laufe der Zeit wurde das Konzept der Autonomie Schritt für Schritt erweitert und beinhaltete schon bald die umfassende Vorstellung einer solidarischen proletarischen Gemeinschaft aller Lohnabhängigen und Erwerbslosen. Die autonome Emanzipationsbewegung sollte die gesellschaftlichen Bedingungen des Austausches, der Produktion und des Zusammenlebens selbst organisieren, die unabhängig von der bürgerlichen Legalität, unabhängig vom Tauschgesetz, von der Zeitleistung und vom Eigentumsgestz sind.

Der Vortrag wird von der infogruppe rosenheim in Kooperation dem Kurt Eisner Verein organisiert. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Rosenheimer Z, (Innstr 45a, ehem. Irrlicht), der Eintritt ist frei. Das Z hat ab 18:00 Uhr als infoladen geöffnet und ab etwa 18:30 Uhr gibt es in der veganen „SoKü“ Essen gegen Spende.

Mo. 13.05.13 | 19:00 | Lesung der „verbrannten Bücher“

7. Mai 1933 in Rosenheim – es brannte auf dem Max-Josefs-Platz Rosenheim, eine der Keimzellen des nationalsozialistischen Terrors in Deutschland, ging auch bei der Bücherverbrennung „mit gutem Beispiel“ voran. Bereits am 7. Mai 1933, Tage vor der reichsweiten Aktion, fand auf dem Max-Josefs-Platz vor der Marien-Apotheke eine öffentliche Bücherverbrennung statt.
Die Rosenheimer Hitlerjugend, der Bund deutscher Mädchen und das Jungvolk verbrannten unter den Klängen einer SA-Kapelle „undeutsche“ Literatur. Damit einher ging auch die „Säuberung“ der Rosenheimer Buchhandlungen und Büchereien.
Sofort nach der offiziellen Machtübernahme der Nazis Ende Januar 1933 war es Schlag auf Schlag gegangen. Bereits am 4. Februar hatte Reichspräsident Hindenburg eine Verordnung „zum Schutz des deutschen Volkes“ erlassen, die die Presse- und Versammlungsfreiheit einschränkte. Am 24. März war das „Ermächtigungsgesetz“ gefolgt, am 26. März eine erste „Liste verbrennungswürdiger Bücher“, die am Ende über 160 Schriftsteller und Autoren umfasste. 2013 jährt sich dieses niederträchtige Vorgehen zum 80sten Mal!
Attac Rosenheim wird daran erinnern und am Montag, dem 13.5.2013 im „Z“, Innstr. 45 a, eine Lesung (mit Musik) aus verbrannten Schriften (u. A. von Brecht, Graf, Heine, Kafka, Kästner) durchführen.
Beginn ist um 19.30 Uhr; Gäste sind gerne willkommen, der Eintritt ist frei.
Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!

next week

Da es für das Programm einige im Monatsflyer noch nicht bekannt gegebene „News“ gibt. Hier eine kleine Wochenvorschau:

Nach dem Open Monday (am Montag) referiert am Dienstag Dr. Willi Messing auf dem attac Treffen zum “(Nah-)-Verkehskonzept für den Kreis Rosenheim” . Am Mittwoch treffen sich gleich zwei gewerkschaftlich Organisationen im Z, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die ver.di Vertrauensleute Klinikum Rosenheim. Das Z intern das inhaltliche Debattenplenum findet am Donnerstag statt und die SDAJ trifft sich am Samstag nachmittag. Am Sonntag ist um 16:00 Uhr ein offenes Treffen der infogruppe rosenheim und ab 18:00 Uhr ist das Z als infoladen geöffnet. „next week“ weiterlesen

Di, 16.04. | 19:30 Uhr| „(Nah-)-Verkehskonzept für den Kreis Rosenheim”

Das globalisieungskritische Bündnis ATTAC beschäftigt sich in seiner nächsten Sitzung am Dienstag dem 16.4.2013 mit einer umweltverträglicheren Gestatung des Verkehrs im Landkreis Rosenheim. Einführend wird Dr. Willi Messing von roregio dazu ein Referat halten. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr im Z, Innstrasse

Der Landkreis Rosenheim liegt am Rande der Alpen und an der Einmündung des Inntales nach Oberbayern so, das die Globalisierung direkt an der Zunahme des Verkehr abzulesen ist. Brennerbasistunnel, Ausbaun der A8, zunehmender Tourismus und der Zuzug von Menschen in die Wachstumsregion führen zu mehr Verkehr. Dieser Verkehr muss zum Schutz von Mensch und Natur umweltgerechter gestaltet werden.

„Di, 16.04. | 19:30 Uhr| „(Nah-)-Verkehskonzept für den Kreis Rosenheim”“ weiterlesen

Samstag (13.04.13): Aktionstag Umfairteilen & Antifa Demo zum NSU-Prozess

Am kommenden Samstag (13.04.13) findet zwei wichtige Demonstrationen statt, zu der diverse Gruppen aus dem Z Umfeld mobilisieren.

  • Zum einen findet ein dezentralen Aktionstag der Kampagne Umfairteilen in über 60 Städten statt (mehr Infos: http://umfairteilen.de). In Rosenheim ruft das regionale Umfairteilen-Bündnis zu einer satirischen „ Jubeldemo der REICHEN“ auf. Der Aktionstag beginnt mit einer Kundgebung um 9:00 Uhr vor dem Z (Innstr. 45). Anschließend (ca. 9:30 Uhr) zieht die Demo über den Max-Josefs-Platz zum Bahnhof Rosenheim.
  •  Zum anderen ruft unter dem Motto „„Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus – Verfassungsschutz abschaffen!“ ein breites antifaschistisches Bündnis (http://nsuprozess.blogsport.de), anlässlich des am Dienstag (17.04) in München startenden NSU-Prozess, zu einer bundesweiten antifaschistischen Großdemonstration auf. Die Auftaktkundgebung beginnt um 13:00 Uhr am Karlsplatz (Stachus) in München. Lokale Antifaschistische Gruppen aus Rosenheim kündigen eine Demofahrt an. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr am Bahnhof Rosenheim.

Es ist möglich an beiden Aktionen teilzunehmen.

Bibliothek_A eröffnet

Nach 80 Jahren wieder linke Bibliothek in Rosenheim

Rosenheim. Unter dem Namen „Bibliothek_A“ hat im Rosenheimer  Z (Innstr.45a) eine neue linke Präsenzbibliothek eröffnet. Die Eröffnungsfeier, welche der Münchner Gewerkschaftschor „Queergesang“ musikalisch umrahmte,  fand am vergangenen Donnerstag (04.04.2013) statt. Im Rahmen des Festes erinnerte das Bibliothek_A-Team auch an das historische Datum, den achtzigsten Jahrestages der Zwanksauflösung der Rosenheimer Arbeiterbibliothek durch die Nazis. „Wie das A im Namen andeutet, sehen wir die Bibliothek_A in der Tradition der 1927 durch Waldemar von Knoeringen gegründeten und den Gewerkschaften nahestehenden, Rosenheimer Arbeiterbibliothek“ so Maximilian Buchner in seiner Eröffnungsrede. Derzeit  ist das Buchangebot, der noch sehr kleinen, aber in Expansion begriffenen Bibliothek begrenzt. Deshalb würde sich das ehrenamtlich arbeitende Bibliotheksteam über Buchspenden von Büchern mit einem linken politischen Anspruch freuen. Langfristig ist es das Ziel eine emanzipatorische, linke Bibliothek aufzubauen. Geöffnet hat die Bibliothek_A derzeit jeden Sonntag von 18:00-20:00 Uhr, weitere Informationen gibt es im Internet unter http://bibliotheka.blogsport.de/

Auftritt des Münchner Gewerkschaftschor „Queergesang“ bei der Eröffnung der Bibliothek_A am Do, 04.04.13 in Rosenheimer Z.