Datum/Zeit
Date(s) - 24/07/2022
18:00 - 20:30
Veranstaltungsort
Z - Linkes Zentrum in Selbstverwaltung
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Von indigenen Völkern ist bekannt, dass sie Objekte erschufen und diesen Macht über die Menschen andichteten, als die Portugiesen im Zuge der Kolonialisierung diese Objekte sahen, nannten sie sie in abfälliger Weise einen Fetisch. Das portugiesische Wort feitiço bedeutet soviel wie Hexerei und die Eroberer machten sich damit über die Indigenen lustig, sie stellten ihre westliche Zivilisation über solchen unaufgeklärten Aberglauben. Karl Marx kritisiert 1867 im ersten
Band des Kapitals diese dumpfe Überheblichkeit und wendet den Begriff Fetisch gegen dessen Erschaffer und deren Gesellschaftsordnung: den Kapitalismus. Denn auch die Europäer folgen einem solchen Fetisch, einer Hexerei, sie haben ein Monster erschaffen, das sie nicht mehr zu kontrollieren wissen, das Kapitalverhältnis. Es schwebt über den Menschen, ist zum eigenen Subjekt geworden und bestimmt das Leben ausnahmslos Aller. Die moderne Marktforschung versucht das Monster zu verstehen, versucht seine Entscheidungen im Vorhinein zu ermitteln,
allerdings meist mit mäßigem Erfolg. Dieses Monster hat die bisher größten Hungersnöte, die bisher perfidesten Leiden, die bisher grausamsten Kriege hervorgebracht, es hat weiter einen Keil der Verwertung zwischen alle Menschen getrieben. Anders als bei den indigenen Völkern, können wir nicht aufhören an dieses Monster zu glauben, denn wenn wir aufhören würden Geld zu verdienen oder es uns schlichtweg nicht möglich ist genug Lohn zu erhalten, um damit Essen zu kaufen, dann hat das Konsequenzen, wir landen im Gefängnis, auf der Straße oder verhungern im schlimmsten Fall. Im Vortrag wird aufgezeigt werden, wie das Kapitalverhältnis unser aller Leben durchdringt, wie es sich zusammensetzt und was notwendig wäre, um diesen Zustand zu beenden.
Der Vortrag gestaltetet sich relativ niederschwellig, Ziel ist es Mittel an die Hand zu geben um Funktionsweisen einer Irre gewordenen Welt zu verstehen und diese so bekämpfen zu können.
